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Ev. Kindergarten Kapernaum Austmannshof 3       33803 Steinhagen       Tel.: 05204 - 4988

 

 

 

 

Pädagogische
Vortragsreihe
Verbund NRW
in 2010

Lebensraum für Kinder unter drei Jahren

 Die wichtigste Vorraussetzung für eine positive Entwicklung sind zugewandte verlässliche Bezugspersonen und die Art und Weise, wie diese die Entwicklung jedes einzelnen Kindes begleiten und emotionale Sicherheit vermitteln.

Durch einen differenzierten Dienstplan, wird gewährleistet, dass Kinder unter 3 Jahren den gesamten Tag von festen Bezugspersonen betreut werden und möglichst wenig Betreuungswechsel entsteht.

Der individuelle Tagesrhythmus jedes Kindes, z. B. Essens-, Schlafzeiten,

Körperpflege sowie seine Bedürfnisse und Vorlieben, werden berücksichtigt. Es gibt

klare Strukturen und Rituale im Tagesablauf, an denen sich das Kind orientieren

kann.

 

Eingewöhnungsphase:

Die Neuaufnahme erfolgt in einer individuellen Eingewöhnungsphase, mit

Einbeziehung der Erziehungsberechtigten, damit sich jedes Kind nach seinem

eigenen Tempo an die Erzieherinnen und die neuen Umgebung gewöhnen kann. Wir

wünschen uns, dass die Eltern ihr Kind in der ersten Woche im Kindergarten

begleiten. Die Ablösung erfolgt schrittweise. Erzieherin, Kind und Mutter / Vater

entwickeln und besprechen gemeinsam Abschiedsrituale. Wir möchten uns vor dem Abholen Zeit für den Austausch nehmen. Die Erzieher berichten

regelmäßig über den Entwicklungsstand.

 

Struktur des Tagesablaufs

Freispielphase

Das Freispiel bietet den Kindern die Möglichkeit für ausreichend Zeit und Freiraum

für Selbstbestimmte Tätigkeiten. Durch die Unterstützung und Begleitung des

Erziehers und der älteren Kinder lernen sie neue Spiele, Beschäftigungsmöglichkeiten und alle weiteren Spielbereiche (Halle, andere Gruppen, Außengelände) kennen.

Die Spielmaterialien sind auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Altersgruppen

abgestimmt und werden von Zeit zu Zeit ausgewechselt. Es stehen Materialien für

die sinnliche Wahrnehmung bereit, z. B. Tastwände, Spiegel, Tücher sowie Natur und Gebrauchsgegenstände, Ecken zum Ausruhen im Gruppenraum und ungestörte

Schlafmöglichkeiten sind vorhanden.

 

Frühstück

Während des Vormittags besteht die Möglichkeit, je nach Bedürfnis mit Begleitung einer Erzieherin zu frühstücken.

Die Erzieherinnen essen mit den Kindern gemeinsam und fungieren als Vorbild und

leisten bei Bedarf Hilfestellung. Es wird darauf geachtet, dass dem Kind alters- und

entwicklungsgerechtes Geschirr und Besteck zur Verfügung steht.

Wir achten auf ein ausgewogenes, gesundes Frühstück mit viel Obst und Gemüse.

 

Angebotsphase

Die Angebote richten sich nach dem Gruppenthema und werden dem Entwicklungsalter des Kindes angepasst.

Es gibt auch Angebote von jüngeren und älteren Kindern gemeinsam, wobei das Lernen und Helfen von- und miteinander im Vordergrund steht.

Bewegung ist für Kleinkinder die wichtigste Grundlage zum Lernen und Begreifen.

Das variiert von kleinen Ausflügen in die nähere Umgebung sowie das Spielen im

Außengelände (Naturerfahrungen sammeln).

 

Mittagessen

Das Mittagessen wird von einer Köchin frisch zubereitet. Jedes Kind kann selbst

entscheiden wie groß sein Essbedürfnis ist. Wir legen Wert auf gesunde und

abwechslungsreiche Ernährung. Für die entspannte Gestaltung der Essenssituation

ist uns ein deutlicher Beginn (z. B. durch einen Gebet oder ein Lied) sehr hilfreich. Für diese Mahlzeit nehmen wir uns genügend Zeit, um sie auch als möglichst entspannte

Kommunikationsmöglichkeit mit den Kindern zu nutzen. Das Kind wird in seiner

Selbständigkeit mit Geschirr einbezogen und gefordert (Tisch decken).

 Nachmittagsbereich

Ruhephase

In zwei separaten Schlafräumen, mit kleinen Betten, können die Tageskinder individuell ihrem Schlafrhythmus nachkommen und diese Ruhephase genießen.

 

 Kaffeemahlzeit

Nach einer kleinen Zwischenmahlzeit haben die Kinder die Möglichkeit an

unterschiedlichen Aktivitäten teilzunehmen.

 

 Elternarbeit

Die Zusammenarbeit mit den Eltern, insbesondere die Übergabe der Kinder wird mit viel Zeit, Absprachen und Sorgfalt gewürdigt

In regelmäßigen Gesprächen pflegen wir den Kontakt zu den Eltern und berichten

über den Entwicklungsstand ihrer Kinder. Wir sehen sie als unsere Partner in der

Erziehung ihrer Kinder. Über Kritik und Anregungen der Eltern freuen wir uns. Wir

wünschen uns, dass sich die Eltern bei uns wohl fühlen.

 Raumgestaltung

Die Raumgestaltung entspricht auch den vielfältigen Wünschen der Kinder nach Ruhe, Rückzug, Aktivität, Bewegung sowie Selbstbildung.

Unsere Räume sind hell und freundlich und bieten Raum für Bewegung, für

Materialien zum Spielen, Ausprobieren und wahrnehmen.

 Sauberkeitserziehung

Den Zeitpunkt für den Beginn der Entwöhnung von der Windel bestimmen die Eltern,

in Absprache mit den Erzieherinnen. Die Vorstellungen der Eltern sind dabei

maßgebend und wir versuchen, sie in ihren Bemühungen zu unterstützen. Das

Personal berät sie dabei gerne.

 Begrüßung/Verabschiedung

Die Begrüßung der Kinder am Morgen ist uns besonders wichtig. Persönliche

Kontaktaufnahme wie Blick- und Körperkontakt sowie Ansprache erleichtern dem

Kind den Übergang von der Familie in den Kindergarten. So wird das Kind

wahrgenommen und die Familie erfährt, es ist willkommen. Wenn sich die Kinder von

ihren Eltern verabschiedet haben, unterstützen wir sie bei Bedarf, um sich ins

Spielgeschehen zu integrieren. In der Abholphase ist es uns wichtig, dass wir jedes

Kind verabschieden und es den Eltern wieder „übergeben“.

 Bildungsprozesse

Sehr wichtig ist uns der Aufbau sozialer Beziehungen - „Bindungen“, es ist ein

interaktiver Prozess, der sich zwischen der Pflegeperson und dem Kind abspielt und

für das Kind von existenzieller Bedeutung ist. Wir möchten die Kinder in ihrer

Persönlichkeit und Selbstständigkeit stärken. Den natürlichen Wissensdrang und die

Freude am Lernen pflegen.

Wir bieten viele Anreize zum Spracherwerb und unterstützen diesen mit Gesprächen,

Liedern und Spielen. Das Kind hat die Möglichkeit mit verschiedenen Materialien zu

spielen und diese zu erforschen. Wir möchten die Kreativität, Phantasie und die

Erlebnisfähigkeit fördern.

Bildung umfasst in den ersten drei Lebensjahren die grundlegenden Bereiche:

Aufzählung Bildung der Sinne, einschließlich der Bewegung und Gefühle
Aufzählung Bildung von Vorstellungswelt, Fantasie und szenischem Spiel
Aufzählung Bildung der symbolischen Welt, insbesondere einer Sprachwelt
Aufzählung Bildung der zwischenmenschlichen Beziehungen